Die Leckage ist gefunden, das Fitting in der Vorwand ist undicht, der Installateur kann kommen. Für dich ist der Fall klar. Für den Versicherer beginnt er erst mit deinem Leckageortungsbericht: Er entscheidet anhand des Berichts, ob der Schaden versichert ist und ob die Ortung in diesem Umfang nötig war.
Wozu der Bericht da ist
Der Bericht beantwortet für jemanden, der nicht dabei war:
- Was war das Schadenbild, als du ankamst?
- Wie hast du gesucht, mit welchen Verfahren, in welcher Reihenfolge?
- Was hast du gefunden, und wie sicher ist das Ergebnis?
Viele Betriebe bauen ihren Bericht nach der Struktur der VdS 3150 auf, den Richtlinien zur Leitungswasserschaden-Sanierung, die auch für die Leckageortung beschreiben, welche Angaben ein Bericht enthält. Der Bericht muss kein bestimmtes Formular sein, aber er sollte diese Punkte vollständig abdecken.
Was in den Leckageortungsbericht gehört
1. Auftrag und Stammdaten
- Schadennummer, Versicherer, ggf. Schadensteuerer
- Versicherungsnehmer und Schadenort
- Auftraggeber, falls nicht der VN (Hausverwaltung, Installateur, Netzwerk)
- Datum, Beginn und Dauer der Ortung
2. Anwesende
Wer war vor Ort? Zum Beispiel: „Herr Wagner (VN), Frau Klein (Hausverwaltung)“. Das ist wichtig, wenn später jemand bestreitet, dass eine Wand geöffnet oder eine Absperrung betätigt wurde.
3. Objekt
Gebäudeart, Lage der Wohnung, betroffene Räume, relevante Installation: „Mehrfamilienhaus, 2. OG links, Bad mit Vorwandinstallation, Kaltwasser in Kunststoff-Verbundrohr“.
4. Schadenbild bei Ankunft
Was war sichtbar, messbar, gemeldet: feuchte Wand bis 40 cm, Wasserfleck an der Decke darunter, laufender Wasserzähler bei geschlossenen Zapfstellen. Mit Fotos.
5. Eingesetzte Verfahren
Welche Verfahren, wo und mit welchem Ergebnis, zum Beispiel:
| Verfahren | Wo | Befund |
|---|---|---|
| Druckprobe | Kaltwasserstrang Bad | Druckabfall 0,5 bar in 10 Minuten |
| Feuchtemessung | Wand Nord, Boden Bad | Feuchtebild konzentriert sich hinter dem WC |
| Thermografie | Vorwand | Auffälligkeit hinter dem WC-Element |
Die Reihenfolge zeigt, warum du so gesucht hast. Das begründet den Aufwand.
6. Ergebnis und Ursache
- Ortungsergebnis: wo genau die Leckage liegt
- Ursache, soweit feststellbar: „Pressfitting undicht“, „Riss im Rohr“, „Undichtigkeit an der Silikonfuge“
- Ursache gefunden: ja oder nein. Wenn nein: was ausgeschlossen wurde und was als Nächstes zu tun ist
7. Plausibilität
Passt das Ergebnis zum Schadenbild? Ein kurzer Satz reicht: „Feuchtebild, Druckabfall und Thermografie zeigen übereinstimmend auf den Fitting hinter dem WC.“ Gerade diese Einordnung fehlt in vielen Berichten.
8. Fotos
Schadenbild, Messpunkte, Thermografie-Aufnahmen, die geöffnete Stelle, das defekte Teil. Mit Datum.
Diktier den Bericht direkt nach der Ortung, solange du alles vor Augen hast. Abends aus dem Gedächtnis fehlen fast immer die Anwesenden, die Dauer und die Plausibilität.
Die häufigsten Lücken
- Keine Dauer: Dann ist der abgerechnete Zeitaufwand nicht belegt.
- Nur das Ergebnis, nicht der Weg: „Leckage im Bad gefunden“ ohne Verfahren.
- Ursache unklar formuliert: „wahrscheinlich undicht“ ohne Aussage, ob die Ursache gefunden wurde.
- Keine Plausibilität: Ergebnis und Schadenbild stehen nebeneinander, ohne dass jemand sagt, dass sie zusammenpassen.
- Fotos ohne Bezug: zwölf Bilder, aber keines zeigt die Fundstelle.
Ortung einsprechen
In Trockenakte sprichst du die Ortung nach dem Einsatz ein, zum Beispiel: „Ortung im Bad, zwei Stunden, mit Herrn Wagner. Druckprobe auf der Kaltwasserleitung fällt nach zehn Minuten um ein halbes bar. Thermografie zeigt die Leckage in der Vorwand hinter dem WC. Ursache: undichter Pressfitting.“ Die App ordnet das den Feldern des Berichts zu und zeigt dir, was noch fehlt, etwa die Plausibilität. Zahlen, die du nicht gesagt hast, trägt sie nicht ein, sie fragt nach. Nach deiner Prüfung entsteht der Leckageortungsbericht als PDF mit den Fotos des Tages, nach der Struktur der VdS 3150.
Wie es nach der Ortung weitergeht, steht in den Artikeln zum Trocknungsprotokoll und zur Abtretungserklärung.
FAQ
Muss der Leckageortungsbericht der VdS 3150 entsprechen?
Ein bestimmtes Formular ist nicht vorgeschrieben. Viele Versicherer erwarten aber die Angaben, die die VdS 3150 beschreibt: Anwesende, Objekt, Schadenbild, Verfahren, Ergebnis, Ursache, Plausibilität. Wer sich an dieser Struktur orientiert, bekommt weniger Rückfragen.
Was schreibe ich, wenn ich die Ursache nicht gefunden habe?
Genau das, plus was du geprüft und ausgeschlossen hast und was du empfiehlst, zum Beispiel eine Kamerabefahrung oder eine Bauteilöffnung. Ein ehrliches „nicht gefunden, ausgeschlossen sind A und B“ ist mehr wert als eine Vermutung.
Wie ausführlich müssen die Verfahren beschrieben sein?
So, dass ein Dritter nachvollziehen kann, was du gemacht hast und warum: Verfahren, Ort, Befund. Eine Zeile je Verfahren reicht meist.
Gehören Fotos in den Bericht oder separat dazu?
Am besten in den Bericht, mit kurzer Beschriftung. Separate Fotoordner gehen bei der Weitergabe zwischen Versicherer, Schadensteuerer und Hausverwaltung leicht verloren.
Foto: Anıl Karakaya / Pexels


